No story to tell

Ein Hörspiel von Philipp Feichtinger / Projekt D Kunstuniversität Linz WS2017

 

 

Einleitung / Stimmung / Adam

Adam ist ein Träumer. Vielleicht auch ein Idealist. Keine Ahnung. Zurzeit könnte man vielleicht auch Gutmensch sagen. Aber ob man noch ein gutmensch ist wenn man sich heimlich nach mehr Polit Verkehrsunfällen sehnt? Sowie beim Haider? Egal. Der Adam kann sich halt nicht damit abfinden dass so viel Scheiße auf der Welt passiert. In der Schule war er noch voller Motivation was das ganze betrifft. Alles kein Problem, der Hunger, Gewalt, Hass, Gier, Klimawandel. Also schon ein Problem, natürlich, aber dass man das hinbekommt. Fix.

Mit der Zeit hat der Adam dann schon gemerkt dass manches weit entfernt von easy ist. Fast die ganze Oberstufe lang wollt er seinem Papa vermitteln dass es ein Zeichen von Nachhaltigkeit ist wenn man die leere Klopapierrolle für den Nächsten wechselt. Vergebens. Ein alter Hund lernt keine Tricks mehr hat seine Mama immer gesagt. Im Mittelalter wär der Papa schon lang ein toter Hund hat sich der Adam dann gedacht. Und das war auch nicht eine Zeit wo die ganzen jungen Hunde tolle Tricks für eine bessere Welt gelernt haben.

Naja. Apropos Mittelalter. Nach der Matura hat der Adam dann Geschichte studiert. Weil Geschichte ist eine gute Grundlage zum die Welt besser machen hat er sich gedacht. Da weiß man zumindest was man auf keinen Fall wieder machen sollte. So als Menschheit. Bald hat der Adam aber gemerkt das er nur der Adam ist und nicht die Menschheit. Und das der Menschheit meistens ziemlich egal ist was er so sagt.

Damals ist dann langsam allen bewusst geworden wie ernst dass mit dem Klimawandel wird. Also allen natürlich nicht. Der Adam hat sofort auf Biologie gewechselt. Bringt ja nix was für die Menschen zu tun wenn man bald keinen Planet mehr zum Leben hat.

Mit der Zeit hat der Adam aber gemerkt dass es schwierig wird was gegen den Klimawandel zu machen mit einem Wirtschaftssystem dem das Klima wurscht ist. Unsichtbare Hand und so. Also hat der Adam auf WiWi gewechselt. Die Euphorie aus der Schule war zu dem Zeitpunkt schon eher dem Frust gewichen.

Heute ist sich der Adam gar nicht mehr sicher was er alles mal studiert hat. Fix war jedoch als ihm die Eltern den Spaß nicht mehr Zahlen wollten, dass er was arbeiten muss. So wegen Geld für Essen und eine Wohnung. Seit dem versucht sich der Adam durch allerlei Jobs über Wasser zu halten. Weil irgendwann hat der Adam dann schon gemerkt dass es mit Hunger und ohne Schlafplatz schwierig wird mit der besseren Welt.